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OSFIN-Fusion: Warum viele UVV heute deutlich mehr zahlen

OSFIN-Fusion: Warum viele UVV heute deutlich mehr zahlen

Donnerstag, 5 Februar 2026

Was wirklich entschieden wurde, wer Stimmrechte hatte – und weshalb Ihre Rückmeldung jetzt wichtig ist.

Viele ehemalige OSFIN-angeschlossene Vermögensverwalter fragen sich derzeit: Wie konnte es zur Fusion OSFINcontroll kommen – und weshalb sind unsere Kosten heute deutlich höher als zuvor?

Wir haben die verfügbaren Unterlagen, öffentlich zugänglichen Informationen sowie zahlreiche Rückmeldungen von betroffenen Instituten ausgewertet, um die Situation sachlich einzuordnen.

Dabei zeigt sich ein klareres Bild.

Die Struktur von OSFIN – ein wichtiger Punkt vorweg

OSFIN war rechtlich als Verein organisiert. Entscheidend ist jedoch: Die angeschlossenen Vermögensverwalter waren keine Vereinsmitglieder im vereinsrechtlichen Sinn.

Mitglieder mit Stimmrechten waren ausschliesslich die damaligen Selbstregulierungsorganisationen (OAD FCT und PolyReg).


Die einzelnen Institute waren lediglich vertraglich unterstellt, nicht stimmberechtigt.

Das bedeutet:

  • keine Generalversammlung
  • keine Stimmrechte
  • kein Mitentscheid bei strategischen Fragen
  • kein direktes Anfechtungsrecht nach Vereinsrecht

Diese Konstruktion ist regulatorisch zulässig und entspricht dem FINIG-System, wonach eine Aufsichtsorganisation unabhängig von den Beaufsichtigten organisiert sein soll.

Ein Verstoss gegen das Vereinsrecht liegt daher nicht vor.

Dieses Kapitel ist damit geklärt.

Wirtschaftliche Ausgangslage und heutige Kosten

Zu den internen Gründen der Fusion liegen uns keine gesicherten Informationen vor. Wir können daher keine Aussagen zu Motiven machen, internen Überlegungen oder zur Kostenstruktur der beteiligten Organisationen.

Was sich jedoch objektiv feststellen lässt: Die heute erhobenen Beiträge liegen bei den uns gemeldeten Instituten deutlich über den früheren OSFIN-Kosten.

Alle bislang gemeldeten Fälle zeigen Mehrkosten im Bereich von rund 100 bis 300 Prozent. Diese effektive Kostenentwicklung steht im klaren Kontrast zu den Erwartungen, die einzelne Teilnehmer aus den damaligen Informationsveranstaltungen in Erinnerung haben.

Genau diese Diskrepanz möchten wir sachlich aufklären.

Der kritische Punkt: die Informationsveranstaltungen

Im Vorfeld der Fusion fanden Informationsveranstaltungen statt.

Mehrere Teilnehmer berichten übereinstimmend, dass dort:

  • Kosteneinsparungen in Aussicht gestellt wurden
  • Synergien betont wurden
  • teilweise visuell mit fallenden Kosten (z.B. Pfeil nach unten) argumentiert wurde

Die tatsächliche Entwicklung zeigt jedoch deutlich höhere Kosten. Sollten diese Aussagen so gemacht worden sein, stellt sich eine zentrale Frage: Wurden die Institute im Vorfeld korrekt und vollständig über die wirtschaftlichen Folgen informiert?

Denn:

Bei Kenntnis deutlich höherer Kosten hätten viele Institute rechtzeitig einen Wechsel der Aufsichtsorganisation geprüft. Diese Möglichkeit bestand grundsätzlich, nur ein einziger Vermögensverwalter gab an, über die FINMA-Frist per 15. November informiert gewesen zu sein.

Geringe Reichweite der Veranstaltungen

Schätzungen zufolge nahmen lediglich rund 10–15 Prozent der angeschlossenen Institute an diesen Informationsanlässen teil. Damit erhielt ein Grossteil der Betroffenen diese Informationen gar nicht. Auch dies wirft Fragen zur Transparenz und Gleichbehandlung auf.

Zeitlicher Ablauf und Wechselmöglichkeit

Ein weiterer Punkt betrifft den zeitlichen Ablauf des Wechsels. Mehrere Betroffene weisen darauf hin, dass die offizielle Bewilligung der neuen Aufsichtsorganisation erst Wochen nach der FINMA-Frist vom 15. November erteilt wurde, welche für einen Wechsel relevant war.

Faktisch bedeutete dies für viele Institute:

  • Ein rechtzeitiger Wechsel zu einer alternativen Aufsichtsorganisation war organisatorisch kaum mehr möglich
  • Gleichzeitig war die neue Organisation zum Zeitpunkt der Umstellung noch nicht formell bewilligt

Unabhängig von der rechtlichen Einordnung stellt sich damit eine praktische Frage:

Hatten die angeschlossenen Institute in dieser Phase überhaupt eine realistische Wahlmöglichkeit?

Gerade vor diesem Hintergrund wäre eine besonders klare und frühzeitige Information über Kostenfolgen, Fristen und Alternativen entscheidend gewesen.

Worum es jetzt geht

Es geht nicht um Vereinsrecht. Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es geht um eine sachliche Klärung:

  • Wurden Kostenfolgen korrekt dargestellt?
  • Wurden Risiken und Fristen offengelegt?
  • Wurden Wechselmöglichkeiten rechtzeitig kommuniziert?

Falls Informationen unvollständig oder missverständlich waren, könnte dies eine Verletzung von Informations- und Aufklärungspflichten darstellen. Um das seriös zu prüfen, benötigen wir Fakten statt Vermutungen.

Ihre Mithilfe ist jetzt entscheidend

Für eine sachliche und belastbare Aufarbeitung benötigen wir konkrete Fakten – nicht Vermutungen.

Je mehr Rückmeldungen wir erhalten, desto klarer lässt sich beurteilen,

  • was tatsächlich kommuniziert wurde
  • welche Erwartungen geweckt wurden
  • und wie stark die effektiven Kostenabweichungen sind

Ohne eine breite Datengrundlage bleibt vieles Spekulation. Mit Ihrer Teilnahme schaffen wir Transparenz. Wenn Ihr Institut bei OSFIN angeschlossen war oder sich an eine der Informationsveranstaltungen erinnern können, nehmen Sie sich bitte kurz Zeit:

Jetzt an der Umfrage teilnehmen!

Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Ihre Angaben helfen konkret, die tatsächliche Situation gegenüber Behörden und Politik belastbar darzustellen.

Besonders hilfreich sind zusätzlich:

  • Präsentationen oder Folien
  • Fotos oder Screenshots
  • E-Mails oder Einladungen
  • persönliche Notizen oder Erinnerungen an konkrete Aussagen

Bitte senden Sie vorhandene Unterlagen direkt per E-Mail an uns. Jede einzelne Rückmeldung zählt – auch wenn Sie nur bestätigen können, was Sie gehört oder eben nicht gehört haben. Nur gemeinsam können wir ein vollständiges und objektives Bild herstellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

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